Morgenröte für Fintechs und KMU: Die neue Finanzmarktpolitik passt!

Aus meiner Sicht stimmt die Richtung: Der Bundesratsbericht zur neuen Finanzmarktpolitik setzt die richtigen Zeichen. Er schafft Fintechs Raum und fördert ihre Entwicklung. Das wird auch den bestehenden KMU des Landes zu Gute kommen.

Der Bericht „Finanzmarktpolitik für einen wettbewerbsfähigen Finanzplatz Schweiz“ definiert insgesamt fünf strategische Stossrichtungen. Besonders interessant ist für das FinTech-Unternehmen swisspeers.ch natürlich der dritte Punkt „Innovationen ermöglichen“. Meiner Meinung nach zeichnet sich hier ein dicker Silberstreifen am Horizont ab. So werden die beschriebenen Massnahmen auch positiv für das Finanzwesen der vielen tausend Schweizer KMU sein.

Die fünf Ziele der Schweizer Finanzmarktpolitik:

30-blog-1Fünf Passagen des Berichts möchte ich hier kurz kommentieren:

1. Mehr Wettbewerb im Finanzbereich

„Das regulatorische Umfeld für den Finanzsektor soll den Wettbewerb innerhalb der Branche fördern und den Markteintritt auch Anbietern mit innovativen Geschäftsmodellen, die neue Technologien nutzen, ermöglichen.“

  • Mehr Wettbewerb dürfte die Preise für Finanzdienstleistungen senken.
  • Neue Angebote werden KMU dabei helfen, ihre Finanzbedürfnisse schneller, einfacher und auch kostengünstiger zu erfüllen.

2. Mehr Freiheiten für Unternehmen

„Das EFD schlägt Rechtsanpassungen für neue Bewilligungsformen sowie eine Erweiterung des bewilligungsfreien Raums vor. … Solche Lösungen sollen die Marktzutrittsbarrieren für neue Formen des Finanzgeschäfts senken.“

3. Offen für neue Technologien

„…kann es die Entwicklung neuer Technologien auch Nicht- Banken erlauben, im unregulierten Bereich und ohne angemessene Aufsicht Finanzdienstleistungen anzubieten“.

4. Digitalisierung nicht bremsen

„Angesichts der Dynamik in diesem Bereich ist es ein wichtiges Anliegen, dass das schweizerische Finanzmarktrecht so ausgestaltet wird, dass die rasch fortschreitende Digitalisierung im Finanzsektor als Chance genutzt werden kann.“

  • Ein offener Rechtsrahmen braucht Vertrauen. Mit unseren unternehmerischen Grundsätzen legen wir die Leitlinien unseres Handelns fest – verbindlich, transparent und vertrauenswürdig.
  • Ich bin zuversichtlich, dass eine Bestimmung aus einer Verordnung von 1934, die das Crowdlending in der Schweiz limitiert, bald Geschichte ist.

5. Weniger Risiken für alle?

Auf dem Schweizer Finanzplatz sollen Innovation und Wettbewerb Wachstum schaffen und nicht vom regulatorischen Rahmen zurückgebunden werden. „Eine wirksame, an den Risiken orientierte Finanzmarktaufsicht steht nicht im Widerspruch mit einem Finanzplatz, der sich im Zuge der raschen technologischen Entwicklung wandelt.“, heisst es im Bundesratsbericht

  • Crowdlending gehört zu genau den innovativen FinTech-Aktivitäten, die KMU das Wachstum erleichtern und neue Wirtschaftspotenziale heben. Bisher konnten nur Banken Kredite an KMU vergeben, heute können das auch peer-to-peer Plattformen wie swisspeers.ch tun. Peer-to-peer-lending ist jedoch keine Banktätigkeit, muss also nicht genauso streng reguliert werden.
  • Volkswirtschaftlich ist es ein verlockender Gedanke, wenn plötzlich die Risiken aus Bankbilanzen zurückgehen. Bei Crowdlending werden nicht aus acht Franken Eigenkapital 100 Franken Kredit gemacht. Es gibt auch keine Fristentransformation. Diese banktypischen Risiken sind einfach nicht extistent.

Mein Fazit: Ich finde die strategischen Ziele des Bundesrates gelungen und weitsichtig formuliert. Jetzt ist wichtig, diese verzögerungsfrei und pragmatisch umzusetzen. Wir bleiben dran – für eine rosige finanzielle Zukunft der Schweizer KMU.

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