Regenwasser filtern, aber richtig: Interview mit Ernst Deiss von Aquatum
Die Aquatum AG ist ein innovatives Schweizer Umwelttechnik-Unternehmen, das Hochleistungs-Filter für Wasser, Öl und Luft entwickelt. Mit ihren einzigartigen, «Swiss Made» gefertigten Systemen hilft das KMU der Industrie sowie Haushalten dabei, Ressourcen zu schonen und Betriebskosten zu senken. Im Gespräch erzählt Inhaber Ernst Deiss von seiner Vision und erläutert, wie die Stärkung seines Working Capitals durch swisspeers Investoren die Grundlage für den nächsten Wachstumsschritt legt.
Alwin Meyer: Herr Deiss, erzählen Sie uns von Ihrem beruflichen Werdegang und was ist heute Ihre Rolle bei der Aquatum AG?
Ernst Deiss: Ich habe 1981 als Lastwagenmechaniker begonnen. Später habe ich den elterlichen Tiefbaubetrieb übernommen und ausgebaut. Zeitweise beschäftigte ich 65 Mitarbeitende in verschiedenen Firmen.
Irgendwann kam der Punkt, an dem ich gesagt habe: Ich möchte mich wieder voll auf das konzentrieren, was mir am meisten Freude macht. Daraufhin habe ich meine Firmen verkauft und bin heute Inhaber und Geschäftsführer der Aquatum AG. Hier kann ich mich zu 100 % meiner Leidenschaft widmen: der Umwelttechnik.
«Bei Aquatum kann ich mich zu 100 %
meiner Leidenschaft widmen: der Umwelttechnik.»
Ressourcenschonung durch Mikrofiltration
Alwin Meyer: Wasser, Öl und Luft sind Ihre Themen. Was treibt Sie jeden Tag an?
Ernst Deiss: Es ist der unbedingte Wille, unsere wertvollsten Ressourcen intelligenter zu nutzen. Nehmen wir das Öl: Mit unserer Mikrofiltration können wir die Lebensdauer von Maschinenölen extrem verlängern – wir sprechen hier von Maschinen, die ein ganzes Leben lang mit einer einzigen Ölfüllung auskommen.
Ein anderes, noch wichtigeres Anwendungsfeld ist das Wasser: Hier filtern wir Regenwasser so rein, dass es als Vorstufe für die Trinkwassergewinnung dient. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern schafft Unabhängigkeit und spart den Unternehmen am Ende des Jahres viel Geld.
«Wir müssen einfach lernen, mit unseren
Ressourcen anders umzugehen. Und zwar nicht erst
dann, wenn wir nicht mehr können, sondern jetzt, wo
wir noch können.»
Foto: Ernst Deiss – wie Regenwassernutzung im Einfamilienhaus funktioniert und Wasser sparen hilft.
Automatisierte Filtertechnik «Swiss Made»
Alwin Meyer: Sie produzieren einen eigenen Regenwasserfilter. Was macht den Aquatum-Filter auf dem Markt einzigartig?
Ernst Deiss: Wenn Sie heute einen herkömmlichen Regenwasserfilter kaufen, hat dieser eine Feinheit von etwa 0.3 bis 0.5 Millimetern. Wir haben ein System entwickelt, das 300- bis 500-mal feiner filtert. Damit haben wir ein absolutes Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt.
Und darauf bin ich stolz: Der Filter ist zu 100 % «Swiss Made» und wird hier bei uns in der Nähe von Zürich partnerschaftlich gefertigt.
Grafik: Vom Sammeln bis zur Nutzung – wie Regenwasser mit den passenden Komponenten gefiltert, verteilt und je nach Anwendung bis zur Trinkwasserqualität aufbereitet werden kann.
Alwin Meyer: Wäre das Ausland für diese Produktion nicht der kostengünstigere Weg?
Ernst Deiss: Das könnte man meinen. Wir haben früher auch in Deutschland produziert. Aber lustigerweise sind wir heute in der Schweiz durch extreme Effizienzsteigerungen und laufende Optimierungen bei den reinen Produktionskosten absolut konkurrenzfähig. Wir beweisen, dass man ein solches Hightech-Produkt weltweit vertreiben und trotzdem hier in der Schweiz fertigen kann.
«Wir beweisen, dass man ein solches
Hightech-Produkt weltweit vertreiben und trotzdem
hier in der Schweiz fertigen kann.»
Alwin Meyer: Wer nutzt diese Filter heute?
Ernst Deiss: Das System ist skalierbar – vom privaten Haushalt bis zur Grossindustrie. Wir haben Golfanlagen in Norddeutschland, die unsere Systeme parallel schalten, um riesige Mengen zu filtrieren. In Jamaika läuft eine unserer Anlagen in einem Hotel seit 18 Jahren im Dauereinsatz. Und aktuell haben wir Filter nach Thailand verkauft, wo sie zur Trinkwasseraufbereitung dienen.
Foto: Ernst Deiss – worauf es bei der Planung von Regenwassernutzung im Gewerbebau ankommt.
Alwin Meyer: Sie sprechen in Bezug auf das Trinkwasser die Eigenverantwortung der Menschen an. Was meinen Sie damit?
Ernst Deiss: Die Eigenverantwortung für unsere wichtigste Ressource muss zunehmen. An vielen Orten in der Schweiz ist die Wasserqualität längst nicht mehr so gut, wie wir glauben.
Mein einfachster Tipp an jeden Hausbesitzer: Verlassen Sie sich nicht auf Gefühle, sondern lassen Sie eine Wasserprobe in einem unabhängigen Labor machen. Dann haben Sie Gewissheit. Wir arbeiten dafür eng mit Partnerlaboren zusammen und können unseren Kunden sogar spezielle Konditionen für solche Tests anbieten.
Video: Regenwassernutzung der neuesten Generation. Keine Zisternen- und Filterreinigung mehr.
Alwin Meyer: Heisst so fein filtern, wie sie das machen, auch höherer Wartungsaufwand?
Ernst Deiss: Eben genau nicht, das ist der Clou! Wir haben ein komplett geschlossenes System entwickelt. Man programmiert das einmal ein, und dann hat der Kunde ein jahrelanges Sorglospaket. Es muss sich niemand mehr darum kümmern. Ein solches Filtergehäuse überlebt Generationen.
Working Capital für den nächsten Wachstumsschritt
Alwin Meyer: Wenn wir auf die letzten Jahre zurückblicken: Wie hat sich das Marktumfeld für Sie entwickelt?
Ernst Deiss: Das letzte Jahr war für uns ein Jahr der Konsolidierung. Gerade der deutsche Markt – der für uns als Exportland extrem wichtig ist – hat sich von den Krisen der letzten Zeit noch nicht voll erholt. Dort hängen viele Industrieunternehmen noch in den Seilen. Aber als Unternehmer darf man nicht warten. Wir spüren deutlich die ersten Anzeichen der Besserung und bereiten uns darauf vor.
Alwin Meyer: Das heisst, der swisspeers-Kredit fungiert für Sie quasi als Startrampe für den nächsten Zyklus?
Ernst Deiss: Ganz genau. Für 2026 erwarten wir wieder einen Wachstumsschub. Um dieses anstehende Wachstum und unser operatives Geschäft in der jetzigen Phase stemmen zu können, brauchten wir mehr Working Capital.
Alwin Meyer: Was haben Sie mit dem Kredit vorfinanzieren können?
Ernst Deiss: Es geht vor allem um den Einkauf von Filtertechniken und grossen Wassertanks. Wenn ich heute bestelle, insbesondere bei ausländischen Herstellern, wird erst produziert, wenn das Geld im Haus ist.
Bild: Aquatum AG finanzierte ihr weiteres Wachstum über swisspeers, abgesichert durch ein nachrangiges Grundpfand.
Alwin Meyer: Und warum haben Sie Direct Lending als Finanzierungsform gewählt und nicht den klassischen Weg über eine Bank?
Ernst Deiss: Wissen Sie, die Wirtschaft wird nicht von den Grosskonzernen getrieben, sondern von den KMU, vom Handwerk. Aber wenn man als stark wachsendes Unternehmen rasch Mittel benötigt, sind klassische Bankprozesse meist starr.
Swisspeers bietet hier eine Alternative: Man wird als Kunde auf Augenhöhe wahrgenommen, nicht als Bittsteller. Ihr helft genau dann, wenn man als Firma eine Lösung braucht.
«Die Wirtschaft wird nicht von den Grosskonzernen
getrieben, sondern von den KMU, vom Handwerk.»
Finanzierung durch 30 swisspeers Investoren
Alwin Meyer: Wie haben Sie den Kreditprozess bei swisspeers erlebt?
Ernst Deiss: Sehr zügig und absolut unkompliziert. Es war eine positive Erfahrung. Und was mich besonders gefreut hat: Das Geld kam letztlich von 30 privaten Investoren.
Alwin Meyer: Was denken Sie, hat diese Investoren bei Ihrem Projekt überzeugt?
Ernst Deiss: Ich glaube, es ist die Kombination aus greifbarem Umweltschutz und handfester Schweizer Ingenieurskunst. Die Leute verstehen unser Produkt. Sie sehen den echten Wertschöpfungsnutzen und wollen Teil einer Lösung sein, die Sinn macht und gleichzeitig wirtschaftlich fundiert ist.
«Das Geld kam von 30 privaten Investoren
zusammen. Viele davon direkt aus der Region.»
Alwin Meyer: Wie fühlt es sich an, wenn Privatpersonen in Ihre Firma investieren?
Ernst Deiss: Das ist grossartig und ich finde diese Form der Finanzierung nachhaltig. Viele dieser Investoren kommen spannenderweise direkt aus der Region. Das schafft ein enormes Vertrauen. Und das Schöne daran ist ja: Jeder, der unser Projekt unterstützt hat und Wasser oder Öl braucht, ist potenziell auch ein zukünftiger Kunde von uns.
Alwin Meyer: Herzlichen Dank für diesen Einblick und viel Erfolg!
|
Firmenprofil Aquatum AG Standort: Zeiningen AG Websites: www.aquatum.ch | www.regenfaenger.ch |
