10 Jahre BeeBase: Wie ein Winterthurer IT-Unternehmen mit Direct Lending nach Barcelona expandiert
Pascal Borner ist Mitgründer und Managing Director bei BeeBase GmbH in Winterthur. Als Verantwortlicher für Sales, Marketing und Finanzen hat er das Unternehmen gemeinsam mit seinem Mitgründer Nino Lanfranchi in den letzten zehn Jahren aufgebaut – und dabei zweimal auf Direct Lending von swisspeers gesetzt. Im Interview mit swisspeers Kreditspezialist Felix Attinger reflektiert er über zehn Jahre Firmenaufbau und spricht darüber, wie er die Finanzierung über swisspeers in der Praxis erlebt hat.
Strategische IT für den Mittelstand
Felix Attinger: Pascal, BeeBase feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Wie hat das angefangen – und wie wurde daraus, was BeeBase heute ist?
Pascal Borner: Mein Mitgründer Nino Lanfranchi hat Software-Engineering studiert, ich Betriebsökonomie – wir kommen beide ursprünglich aus der Industrie und haben uns irgendwann gedacht: Wir gründen einfach mal ein Unternehmen mit dem, was wir können. Zuerst Website-Bau für kleine Unternehmen. Dann kam ein erster Kunde, der ein CRM-System im Einsatz hatte – und an diesem Kunden haben wir unser heutiges Steckenpferd entwickelt: unser Managed Services Angebot.
Heute betreuen wir Schweizer KMU mit 30 bis 250 Mitarbeitenden als externer IT-Partner, von der strategischen Beratung bis zur Prozessautomatisierung.
Nino Lanfranchi und Pascal Borner gründeten BeeBase im 2016
Felix Attinger: Heute geht euer Angebot weit über CRM-Lösungen hinaus. Was kriegt ein Unternehmer, wenn er eure Dienstleistungen bucht?
Pascal Borner: Einen Single Point of Contact für alles – quasi einen «CTO as a Service» für die strategische Beratung, ein Umsetzungsteam für Digitalisierung und Automatisierung und ein Partnernetzwerk für Spezialfälle. Für die physische IT-Infrastruktur greifen wir auf ein zertifiziertes Partnernetzwerk zurück. Wir behalten als Single Point of Contact die strategische Gesamtverantwortung für unsere Kunden.
Das 'Verantwortlichkeiten herumschieben' zwischen IT-Agentur, Netzwerkbetreiber und Softwareanbieter kennen wir alle – das fällt bei uns weg. Genauso wie manuelle Aufwände, die sich heute dank Künstlicher Intelligenz zuverlässig automatisieren lassen.
Künstliche Intelligenz – ja, aber verantwortungsvoll
Felix Attinger: Du hast KI gerade erwähnt – ein Thema, das alle beschäftigt. Eine provokative Frage: Stell dir vor, ein KMU-Geschäftsführer sagt dir morgen: «Ich brauche euch nicht mehr – ich löse das alles mit KI selbst.» – was antwortest du ihm?
Pascal Borner: Ich verstehe den Impuls – KI ist seit zwei, drei Jahren ein Trendthema. Positiv gesehen: Die Sensibilisierung ist riesig – viele Unternehmen denken zum ersten Mal ernsthaft über Prozessautomatisierung nach. Bei Kunden sehen wir oft dasselbe Muster: ohne Fachwissen selbst ausprobieren, schnell frustriert werden. Es ist ähnlich wie mit Social Media vor zehn Jahren – irgendwann braucht es jemanden, der einen an die Hand nimmt.
Gefährlich wird es zudem bei der Sicherheit. Wer Automatisierungsvorlagen unkritisch aus dem Internet übernimmt, riskiert "Hintertüren", durch die Unternehmensdaten abfliessen können.
Hinzu kommt: Jede Lösung muss auf Konformität mit dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) geprüft werden. KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber sie ersetzt nicht die strategische Architektur.
«Auf LinkedIn sieht man immer wieder Leute, die sagen: ‹Benutze meine Automatisierung, die ist gratis.› Was man nicht sieht: Es können Hintertüren drin sein, die alle Unternehmensdaten absaugen.»
— Pascal Borner, Mitgründer BeeBase
In unserer Praxis setzen wir selbst auf KI-gestützte Software-Entwicklung. Unsere Entwickler nutzen KI, um schneller und effizienter zu programmieren. Sie prüfen jedoch jeden Code sorgfältig auf Qualität, Stabilität und Sicherheitsaspekte. Das Resultat für unsere Kunden: kürzere Entwicklungszyklen, kosteneffizientere Automatisierungen und neue Anwendungsmöglichkeiten, die zuvor nicht möglich waren.
Felix Attinger: Kannst Du ein konkretes Beispiel aus eurer Praxis nennen?
Pascal Borner: Natürlich. Ein Kunde von uns betreut eine Kundschaft, die wenig digital unterwegs ist – hauptsächlich Bauern. Diese reichen Daten auf handschriftlichen Formularen ein. Früher musste jedes Formular von Hand erfasst werden; heute übernimmt die KI die Schrifterkennung. Sie ist stark darin, Kontext zu erkennen, nicht nur einzelne Zeichen. Der ganze Prozess ist automatisiert; die manuelle Arbeit konnte so praktisch eliminiert werden.
Für Pascal Borner und Nino Lanfranchi war IT nie Selbstzweck, sondern von Anfang an ein Werkzeug, das Prozesse verschlankt und Menschen entlastet.
BeeBase setzt auf Direct Lending statt auf Bankkredite
Felix Attinger: Ihr seid seit zehn Jahren am Wachsen – und Wachstum kostet Geld. Wie habt ihr das finanziert?
Pascal Borner: In der Schweizer IT sind die Stundensätze hoch. Aber wenn man hauptsächlich Lohnkosten hat, ist eine Stunde ohne Auftrag einfach verloren – und Kunden drücken bei grösserem Volumen auf Preisnachlässe.
Wir haben es bei einer Bank versucht – da ist uns richtig flau geworden. Der Papierkram war horrend, die Erfolgsaussichten gering. Als Alternative haben wir Liquidität über Bekannte und Verwandte organisiert – wie das viele KMU in der Wachstumsphase machen.
Und dann erinnerten wir uns an swisspeers Direct Lending: Wir hatten Alwin Meyer, swisspeers CEO, an einem Event kennengelernt. Ein sympathisches Startup – wir hatten es im Hinterkopf, aber damals noch keinen Bedarf. Als der Bedarf da war, habe ich gesagt: 'Komm, wir probieren das mal'.

Über 80 swisspeers Investoren finanzierten die
beiden Wachstumsprojekte von BeeBase mit insgesamt CHF 200'000.
Felix Attinger: Ihr habt unseren Prozess jetzt zweimal durchlaufen. Als Unternehmer, der täglich für schlanke, digitale Prozesse einsteht – wie war das im Vergleich zur Bank?
Pascal Borner: Sensationell – und das sage ich wirklich überall, nicht nur heute. Sehr digital, sehr zuverlässig, keine überflüssigen Rückfragen. Den ersten Kredit haben wir immer pünktlich bedient – das schafft beim zweiten Mal einfach eine andere Ausgangslage. Beide Seiten kennen sich, das Vertrauen ist da.
«Den zweiten swisspeers Kredit hatten wir nach der Einreichung gefühlt nach einer Woche auf dem Konto. Für ein wachsendes Unternehmen ist das ein anderes Universum als die Bank.»
— Pascal Borner, Mitgründer BeeBase
Expansion nach Barcelona
Felix Attinger: Mit dem zweiten swisspeers Kredit habt ihr einen Hub in Barcelona aufgebaut und damit den nächsten Wachstumsschritt eingeleitet. Wie kommt ein Winterthurer IT-Unternehmen nach Spanien?
Pascal Borner: Wir verkaufen am Ende des Tages Stunden, und da sind die hohen IT-Lohnkosten in der Schweiz schlicht der direkteste Hebel.
Wir haben deshalb gezielt nach Standorten im Ausland gesucht, die unsere Kostenstruktur entlasten – aber ohne dabei die Qualität oder die enge Begleitung unserer Kunden zu opfern.
Barcelona hat sich dabei als ideal erwiesen: Durch tägliche Direktflüge ab Zürich bleibt die physische Anbindung gewahrt, während die Stadt gleichzeitig wie ein Magnet für deutschsprachige IT-Fachkräfte funktioniert.
Dort finden wir genau die Talente, die unsere Vision einer modernen Arbeitskultur teilen und die Möglichkeit schätzen, für eine gewisse Zeit im Süden zu arbeiten. Seit Februar 2026 ist unser erster Mitarbeiter vor Ort. Für unsere Kunden ändert sich am Ergebnis und der Kommunikation nichts, wir können aber deutlich kompetitiver agieren.
Und ganz ehrlich: Die Aussicht, ab und zu selbst in etwas wärmeren Gegenden zu arbeiten als in der Schweiz, hat die Entscheidung erleichtert.
Bild links: Der BeeBase-Hub in Barcelona. Bild rechts: BeeBase Gründer Pascal Borner und Nino Lanfranchi vor dem neuen BeeBase Hub in Barcelona.
Was als nächstes kommt
Felix Attinger: Der Aufbau in Barcelona läuft – was ist jetzt der nächste grosse Schritt für BeeBase?
Pascal Borner: Wachstum – an zwei Fronten gleichzeitig. Dabei wachsen wir bewusst konservativ: Jede neue Stelle bedeutet fixe Kosten – die wollen wir solide tragen können. Barcelona läuft an, und parallel dazu professionalisieren wir Sales und Marketing. Das habe ich bisher alleine gemacht – jetzt ist es Zeit für ein richtiges Team.
Das Ziel: ein konstanter, planbarer Kundenstrom, so digital wie möglich. Was mich dabei schmunzeln lässt: Wir merken selbst, dass wir als IT-Firma noch eigene Prozesse zu optimieren haben. Das nehmen wir aber sportlich.
Felix Attinger: Danke Pascal für den spannenden Einblick und viel Erfolg!
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Über BeeBase BeeBase ist ein auf Digitalisierung und Prozessautomatisierung spezialisiertes IT-Unternehmen. Als externer IT-Partner übernimmt BeeBase für Schweizer KMU mit 30 bis 250 Mitarbeitenden die vollumfängliche IT-Verantwortung – von der strategischen Beratung über die Implementierung von CRM-Systemen bis zur Automatisierung operativer Abläufe. Gegründet von Pascal Borner und Nino Lanfranchi im Jahr 2016, betreibt BeeBase neben dem Hauptsitz in Winterthur seit Anfang 2025 einen weiteren Standort in Barcelona. BeeBase GmbH, Archplatz 2, 8400 Winterthur |
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