Firmenverkauf: Die sieben Wertsteigerungsfaktoren

Für viele Unternehmer ist der Firmenverkauf als Teil der Pension geplant. Doch wie kann der Firmenwert gesteigert werden? Es gibt sieben wichtige Massnahmen, mit denen bereits frühzeitig eine Wertsteigerung der Firma eingeleitet wird. Machen Sie den Nachfolge-Check für Ihre Firma.

 

1. Kapitalstock – wenn Maschinen Geld verdienen

Der erste Punkt der Wertsteigerung beginnt beim Verhältnis, wie viel Geld wird mit Maschinen, Immobilien oder Ideen/Patenten etc. verdient und wie viel mit Arbeitskraft. Bereits Marx teilte den Wertschöpfungsprozess auf in Kapital, Boden und Arbeit. Je höher der Anteil an Geld ist, das mit Maschinen verdient wird, desto höher ist der Wert. Zum Anteil des Kapitals gehört auch der Markenname, das Renommee, der Kundenstamm und andere immaterielle Vermögenswerte. Im Gegensatz dazu steigert die Arbeitskraft den Wert viel weniger, da deren Ertragsanteil sich stets durch den Arbeitsmarkt nivelliert.

 

2. Verträge sind Erträge

Der zweite Punkt ist die Rechtssicherheit der Beziehungen. Gerade KMUs sind oft ein Beziehungsgeschäft, das über Jahre hinweg aufgebaut wurde. Der Unternehmer ist auf Du und Du vernetzt und kann sich auf die Beziehungen verlassen, der Nachfolger nicht. Ziel in einer Nachfolgebegleitung ist es immer, so viele Kunden-, Lieferanten- und Mitarbeiter- und weitere Beziehungen mit Verträgen abzusichern.

 

3. Transparenz – ohne privée

Der dritte Punkt ist die Transparenz. Das Geschäftsmodell, Umsatz und Ertrag muss beweisbar und belegbar sein. Aussagen müssen mit Fakten untermauert werden. Eine Vermischung von Privatem und der Firma sollte möglichst vermieden werden.

 

4. Eigenkapitalrendite statt Steuertricks

Der vierte Punkt ist die Finanzoptimierung. Viele Unternehmer erzählen mir voller Stolz, dass alles bezahlt ist und keine Kredite benötigt werden. Das ist zwar ein schönes Gefühl, doch aus Sicht der Eigenkapitalrendite keine gute Entscheidung. Fremdkapital verstärkt die Eigenkapitalrendite erheblich. Wird das Fremdkapital sinnvoll investiert um z.B. Maschinen zu kaufen, die zusätzlichen Ertrag bringen steigert das den Firmenwert erheblich.

 

5. Cash cow für die Zukunft

Der fünfte Punkt ist der Produktzyklus. Wo stehen die Angebote der Firma? Sind die erfolgreichsten Produkte bereits nahe dem Ende ihres Lebensdauer? Oder gibt es Neuentwicklungen, die gerade erst auf dem Markt gekommen sind? Die Beratungsfirma The Boston Consulting Group (BGC) hat das bekannte vier Quadranten-System von „?“, „“rising star“, „cash cow“ und „underdog“ entwickelt. Für die Zukunft des Unternehmens und die grössten Werttreiber sind der „rising star“ und die „cash cow“. Die „?“ sollten im Hinblick auf einen Verkauf möglichst forciert werden, dass vorzeigbare Umsätze und die Marktakzeptanz bewiesen wird. So werden aus „Fragezeichen“ „aufgehenden Sterne“.

 

6. Digitalisierung und Automatisierung

Der sechste Punkt ist der Automatisierungsgrad bzw. der Digitalisierungsgrad. Mit der Investition in die Automatisierung und Digitalisierung werden die Weichen für das Unternehmen bereits für die Zukunft gestellt. Können Arbeitsprozesse automatisiert werden? Unternehmen die bereits einen namhaften Umsatz mit Online-Shops oder durch das Internet erzielen werden im Verkaufswert durchwegs höher bewertet.

 

7. Wettbewerbsvorteil und Alleinstellung

Der siebte Punkt ist die Alleinstellung, Marktstellung oder Markteintrittsbarrieren des Unternehmens. Wodurch unterscheidet sich das Angebot vom Wettbewerber? Ist einer der Punkte, wie Qualität, Innovation, Preis, Name, Herstellung, Vertrieb, Standort, nur mit hohem Aufwand von der Konkurrenz einzuholen? Der Wert eines Unternehmen misst sich auch daran, ob es für einen Wettbewerber günstiger ist sich den Markt zu kaufen, statt zu erobern.

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