Stablecoins in der Schweiz: +1

Das Leben vor über zwei Millionen Jahren, zu Zeiten des homo habilis («geschickter Mensch») hat mit dem unseren im dritten Jahrtausend mehr gemeinsam, als wir vielleicht denken würden. So haben wir noch immer einen (teils darwinistischen) Überlebensinstinkt, müssen zu diesem Zweck essen, trinken sowie schlafen und wir pflanzen uns nach wie vor fort. Vor allem aber ist das Spiel des Lebens noch immer vom Tauschhandel geprägt.

Die Tauschgegenstände aber haben sich verändert und weiterentwickelt. Wurden früher noch hauptsächlich Werkzeuge oder selbst gebastelte Waffen gegen erlegte Tiere getauscht, so ist die heutige Welt des Tausches komplexer geworden. Doch welches sind die geläufigsten Tauschgegenstände?

 

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Da wäre primär das Fiat-Geld...

Fiat-Geld besitzt zunächst einmal keinen eigenen (Material-)Wert, dient aber trotzdem als Tauschmittel. Heute werden mit Fiat-Geld in erster Linie die Währungen der Zentralbanken, also beispielsweise der Schweizer Franken, der Euro oder der US-Dollar, assoziiert. Wir tauschen unsere Zeit mit einem Arbeitgeber gegen Fiat-Geld.

 

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...und das Warengeld

Gegenspieler vom Fiat-Geld ist das sogenannte Warengeld. Dieses besitzt einen eigenen Wert. Als klassisches Warengeld können beispielsweise Edelsteine, Tabak oder Silbermünzen zum Einsatz kommen. Während den letzten Jahrhunderten hat die Relevanz von Warengeld als Tauschmittel abgenommen, im Gegenzug sind aber in den letzten Jahren Kryptowährungen aufgekommen.

 

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Kryptowährungen und....

Bitcoin, Ethereum und Ripple sind solche Kryptowährungen. Auf Krypto-Börsen und in Wechselstuben können diese gegen Fiat-Geld getauscht werden. Aufgrund der Volatilität der Kryptowährungen konnten sich diese am Markt erst teilweise als Tauschmittel etablieren. Es existieren jedoch auch Kryptowährungen, die weniger volatil sind – Stable Coins.

 

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Stablecoins als 'stabile' Kryptowährung

Ein Stable Coin wird als eine stabile Krypto-Währung taxiert, da sie an Fiat- oder Warengeld gebunden wird. Die Währung ist also denselben Schwankungen ausgesetzt, wie das zugrunde liegende Fiat- oder Warengeld. In der Schweiz kennen wir zwei, seit diesem Dienstag drei, verschiedene Arten von Stable Coins – zwei, die bereits gehandelt werden und eine weitere, die in Planung ist.

  • Der XCHF von Bitcoin Suisse existiert bereits. Dieser ist eine Anleihe mit einer Laufzeit von einem Monat sowie einer Verlängerungsklausel und basiert auf der Ethereum-Blockchain. Jeder Token ist 1 CHF wert und wird bei Fälligkeit ausbezahlt, solange die Swiss Crypto Tokens AG solvent bleibt. Der Stable Coin XCHF schlägt durch die Kopplung an den Schweizer Franken die Brücke von Krypto- zu traditioneller Finanzierung. Der XCHF ist also eine stabile Zwischen- beziehungsweise Wechselwährung und erlaubt so Blockchain-Transaktionen von jeglichen Tokens (z.B. Gold, Immobilien, etc.; also asset tokens) in Anbindung an den Schweizer Franken via Stable Coin. Der Blockchain-basierte Handel geschieht so mittels einer stabilen Währung.
  • Zweitens ist der CHFt von Smart Valor «der digitale Franken» . Durch Partnerschaften mit Banken soll es der Plattform gelingen, ihre Kryptowährung ebenfalls an den Schweizer Franken zu koppeln.
  • Drittens, Libra von 'Libra Association': Am Dienstag wurde angekündigt, dass ein Konsortium um Facebook, Mastercard, Visa und weiteren in Genf eine Organisation gegründet hat mit dem Ziel den Stablecoin «Libra» herauszugeben. Stable soll er werden, indem er durch einen Korb von realen Werten, insbesondere Bankeinlagen «gebacked» werden soll. Kommt Libra zum fliegen, wird dies der finale Durchbruch werden für Kryptowährungen, gegeben die potenten Firmen dahinter. Insbesondere die Distributionspower von Facebook via Facebook, Whatsapp und Instagram lassen darauf schliessen.

Weshalb Stablecoins?

Neben dem bereits erwähnten Vorteil, dass sie nur der Volatilität der zugrunde liegenden Währung ausgesetzt sind, ist es mit Stable Coins günstiger möglich, Krypto-Kursgewinne zu realisieren, da die Transaktion von Kryptowährung zu Stable Coin und umgekehrt rein Blockchain-basiert ist. Neben den ins Feld geführten Vorteilen gibt es aber auch Gründe, diese in einem kritischeren Licht zu betrachten.

Die ursprüngliche Idee von Blockchain-basierten Kryptowährungen war es nämlich, das Finanzsystem zu dezentralisieren und die Abhängigkeiten von einzelnen Playern zu verkleinern. Beim Erwerb von Stable Coins ist aber das Vertrauen in die Herausgeber («Issuer»)  – wiederum einzelne Player - unerlässlich. In absehbarer Zeit wird es jedoch mehrere Stable Coins geben. Diese erreichen ihre Stabilität alle durch unterschiedliche Mechanismen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie immer mehr verschiedene Assets und Wertpapiere auf die Blockchain kommen und gegeneinander dezentral getauscht werden können («tokenomics»).

Fiat-Geld, Warengeld, Kryptowährungen und neu auch Stable Coins. Bei dieser Vielfalt an Tauschmitteln würde der homo habilis wohl den Überblick verlieren. Gut, hat sich neben den Tauschmitteln auch der Mensch weiterentwickelt…

 

Wie swisspeers die Blockchain Technologie einsetzt, erfahren sie hier.

 

Quellen:

https://www.coinpro.ch/was-ist-fiat-geld/ 

https://www.coinpro.ch/was-sind-eigentlich-stable-coins-hintergrund-und-nutzen/

https://bitcoinsuisse.ch/news/swiss-crypto-tokens-ag-launches-xchf/

https://smartvalor.com/swiss-based-financial-technology-company-smart-valor-to-enable-the-first-stable-coin-backed-by-swiss-franc/

https://www.swisscryptotokens.ch/how-it-works/

https://medium.com/altcoin-magazine/stablecoins-part-i-c30877a7e6c6

 

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