Vom Lehrer zum Unternehmer: die ungewöhnliche Geschichte von Cédric Knell

Cédric Knell berichtet im Interview mit Valentina Keller von der Business Broker AG und Alwin Meyer von swisspeers über seinen Werdegang. Er teilt seine Erfahrungen beim Firmenkauf mit der Business Broker AG und die Finanzierung via 36 swisspeers Investoren. Wie Herr Knell die Höhen und Tiefen in den ersten 9 Monaten als Unternehmer erlebt hat, interessiert uns besonders, weil sein Start genau in den Corona Lockdown fiel. 

Cederic Knell hat im März 2020 die Poloshirt Marke AD.M mit dem Online Shop the-polo.com in einem Asset Deal übernommen. Heute ist er Inhaber und Geschäftsführer der AD.M Fashion AG. Die Marke wurde 2010 zum Leben erweckt, mit dem Ziel, das perfekte Poloshirt für den modernen Mann zu kreieren. AD.M, geboren in der Schweiz und gesprochen wie [æadam], steht für «Assorted Design For Men».

adm the polo hochwertige poloshirt männerFoto: Die Neuerfindung des Poloshirts. By AD.M the-polo.com

 

Unternehmerische Freiheit als Motivationsgrund

Valentina Keller: Die berufliche Selbständigkeit war nicht immer Ihr Ziel. Wie ist es trotzdem dazu gekommen?

Cédric Knell: Ich wusste nach dem Gymnasium nicht so genau, was ich machen soll. Auch die Berufsberatung hat daran nicht viel geändert – sie meinten, ich hätte halt viele Interessen. Nach zwei Jahren Medizinstudium stellte ich fest, dass ich gerne mit Menschen arbeite, das Studium aber zu theoretisch für mich ist. So absolvierte ich ein einjähriges Praktikum als Assistent bei Novartis und bin schliesslich bei der Pädagogischen Hochschule gelandet, wo ich mich zum Lehrer ausbildete. Der Lehrerberuf war cool und abwechslungsreich, weil man viele Fächer unterrichtet. Der Umgang mit Schülern, Eltern und anderen Lehrern hat mir gefallen. Trotzdem stellte ich fest, dass die Entwicklungsmöglichkeiten in dem Beruf beschränkt sind. Das wenig leistungsorientierte Umfeld hat mich wieder zum Suchenden gemacht. Ich bin ein Vogel, der fliegen können muss – sprich mit Leistung überzeugen, mich selbst und andere. Das war der Ausgangspunkt, der mich zum Unternehmertum brachte.

Valentina Keller: Was reizt Sie am Unternehmertum?

Cédric Knell: Das Unternehmertum bringt genau das Umfeld, das mir im Lehrerberuf gefehlt hat. Es gibt keine Grenzen, weder gegen oben noch nach unten. Als Lehrer musste ich mich an viele Vorgaben halten und wurde eingeschränkt im freien Denken. Als Unternehmer geniesse ich viel mehr Freiheiten. Dazu kommt, dass ich eine Nachteule bin. Ich werde erst am Abend richtig wach, da habe ich die besten Ideen. Im Lehrerberuf wird Performance am Morgen gefragt und so lag mein Potential am Abend brach. Jetzt bestimme ich selbst, wann und wie ich arbeite. Ich bügle zwar massiv mehr, aber das ist durchwegs positiv, weil ich Zeit und Inhalt nach meinen Vorstellungen gestalte.

 

Wie Cédric Knell und A.DM zusammenfanden

Valentina Keller: Wie sind Sie auf die Angebote der Business Broker AG gekommen?

Cédric Knell: Ich startete meine Recherchen bereits zwei Jahre vor dem effektiven Firmenkauf. Ich sammelte kontinuierlich Ideen und stellte verschiedenste Berechnungen an. Ich klapperte eine Vielzahl von Internetseiten ab zur Inspiration auf der Suche nach Unternehmen. Bei solchen Recherchen stösst man sofort auf die Business Broker AG. Bald bestellte ich von einigen Unternehmen die Dossiers und machte mich mit den Inhalten vertraut. Es interessierte mich, was in diesen Dossiers an Informationen zur Verfügung gestellt wird und was das für Firmen sind. Als ich das AD.M Dossier auf dem Tisch hatte, dachte ich „ja noch eine coole Firma“. Ich bin dann von den damaligen Firmeninhabern und der Business Broker AG auf ein erstes Kennenlernen eingeladen worden und so habe ich die Business Broker AG kennengelernt.

Valentina Keller: Wie entwickelte sich die Idee, eine bestehende Firma zu übernehmen, statt selbst zu gründen?

Cédric Knell: Meine Partnerin riet mir, mich auf etwas zu konzertieren, dass schon Hand und Fuss hat für einen Weiteraufbau. Das ist auch eine Risikofrage: das Risiko ist meines Erachtens kleiner, wenn ich übernehme, als wenn ich selbst gründe. Wenn man selbst startet, baut man vermutlich zwangsläufig langsamer auf.

Valentina Keller: Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in einer Übernahme?

Cédric Knell: Wie erwähnt, sehe ich den Vorteil in der Übernahme darin, dass Infrastruktur da ist und auf Bestehendem aufgebaut wird. Auf der anderen Seite steht der Preis: viel Geld, das typischerweise gleich zu Beginn bezahlt wird. Als Käufer braucht man die mentale Bereitschaft, sich zu sagen „wenn‘s in die Hose geht, bin ich verschuldet“. Dazu kommt, dass die Ausgaben auch nach dem Einstieg hoch bleiben. Die Kosten für den Betrieb laufen einfach weiter. Man sollte in der Lage sein, diese Kosten für ein paar Monate zu decken, weil die Erträge aufgrund der Ablenkung durch die Übernahme ziemlich sicher tiefer ausfallen werden als geplant.

Valentina Keller: Was war für Sie die grösste Herausforderung im Kaufprozess?

Cédric Knell: Ich bin der Typ „mit dem Kopf durch die Wand“. Das muss man wohl auch sein bei einem Firmenkauf mit meinem Hintergrund: ich habe eine Firma „aus dem nichts“ übernommen und war vorher weder Unternehmer noch Investor. Das war für mich ein monumentaler, risikoreicher Entscheid.

Der Start des Kaufprozesses war „easy“, du gehst ein paar Mal vorbei, aber dann wird’s plötzlich ernst. Man sucht Sicherheit, findet diese aber nirgends, auch nicht im eigenen Umfeld.

Vor diesem Hintergrund war für mich die grösste Herausforderung, abzuschätzen, wie gross das Risiko effektiv ist und ob ich zuschlagen soll oder nicht. Dazu habe ich Experten beigezogen und aus meinem Umfeld viele Meinungen und Ratschläge erhalten. Aus all dem ein eigenes, schlüssiges Bild zu zimmern und zu entscheiden, war mir nicht leichtgefallen. Der Anwalt, der Treuhänder und der Übernahmeberater, sie alle löcherten den Case aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ich legte schliesslich einen Zeitraum fest, in dem ich entscheide, unabhängig davon, was alle sagen und meinen.

Valentina Keller: Welche drei Tipps würden Sie anderen potenziellen Käufern geben, die vor dem Schritt in die Selbständigkeit stehen?

Cédric Knell: Ich rate potenziellen Käufern, folgende Punkte zu beachten:

  1. Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich die Zeit nimmt, die man benötigt. Ich habe das Closing von anfangs Januar auf März verschoben. So hatte ich genügend Zeit, ein externes Gutachten von einem Spezialisten zu holen und den Vertrag mit einem Anwalt zu prüfen.
  2. Die Übernahme kostet mehr als den Kaufpreis. Man sollte unbedingt einen Puffer einrechnen. Bei der Übernahme einer laufenden Firma kommen unerwartete Dinge auf einem zu. So musste ich beispielsweise Spezialisten beiziehen für gewisse Dinge, für die vorher das Knowhow intern vorhanden war.
  3. Wenn die Transaktion gelaufen ist, steht der Verkäufer nicht mehr unbeschränkt zur Verfügung. Dazu zählt insbesondere das Knowhow des Verkäufers. Ich musste mir beispielsweise im ganzen Marketing und Promotionsmanagement sehr viel selbst beibringen.

adm the polo business poloshirts männerFoto: Das perfekte Corporate Poloshirt. By AD.M the-polo.com

 

Die alternative Finanzierung des Unternehmenskaufs

Alwin Meyer: Wie haben Sie den Kauf finanziert?

Cédric Knell: Nebst der Prüfung einer klassischen Bankfinanzierung bin ich von der Business Broker AG auch auf swisspeers aufmerksam gemacht worden. Direct Lending habe ich vorher nicht gekannt. Ich recherchierte darauf im Internet und habe mich informiert, wie diese alternative Finanzierungsform funktioniert. So habe ich ¼ des Kaufpreises mit eigenem Kapital finanziert und ¾ mit Fremdkapital via Direct Lending von 36 Investoren auf dem swisspeers Online Marktplatz für Firmenfinanzierungen.

Alwin Meyer: Wie haben Sie den Prozess online und offline erlebt?

Cédric Knell: Ich war überrascht, wie einfach das auch für ein so grosses Projekt wie meine Firmenübernahme ablief. Nach dem Start meiner Finanzierungsanfrage auf der Plattform traf ich kurz darauf Andreas Hug von swisspeers. Wir haben die Finanzierung strukturiert. Das Ganze war ein angenehmer und einfacher Prozess.

Alwin Meyer: Wie lief die Auktion auf dem Marktplatz und die Auszahlung ab?

Cédric Knell: Nach der ersten Runde waren wir bei 70% des Finanzierungsbetrages und mit einem um 0.5% erhöhten Zinssatz gings in der Verlängerung schnell. Bei der Auszahlung liefs flott, obwohl wir noch eine kleine Aufregung erlebten. Eigentlich sollte ich das gesamte Eigenkapital für die Transaktion auf ein Sperrkonto einzahlen, auf das auch der Kredit ausbezahlt werden sollte. Da aber zwischenzeitlich eine Anzahlung für A.DM an den Verkäufer fällig wurde, war die Einhaltung dieser Kreditbedingung nicht mehr möglich. Nach einem kurzen Gespräch mit Herrn Hug hat sich das aber schnell gelöst.

Valentina Keller: Wie hat sich die Unternehmens-Übergabe gestaltet?

Cédric Knell: Die Übergabe lief reibungslos und ich bin über zwei Monate regelmässig bei den Verkäufern ein und aus gegangen. Trotzdem waren für mich schlussendlich 90% der Aufgaben ‚learning by doing‘.

 

Nach der Übernahme direkt in die Corona Krise

Alwin Meyer: Wie hat sich die Situation seit der Übergabe entwickelt?

Cédric Knell: Es hätte besser kommen können: Corona prägt mein Geschäft bei AD.M seit der Übernahme stark. Die gesamte Sommerkollektion verspätete sich und als Konsequenz stiegen die Lieferkosten massiv. Wir mussten die Hälfte der Ware per Flugzeug reinholen, um lieferfähig zu bleiben. Das hat mein Budget ordentlich durcheinandergebracht.

Obwohl ich mit AD.M ein Onlinegeschäft betreibe, hat uns Corona keine höheren Umsätze beschert. Da wir mit unseren Poloshirts im Businesssegment positioniert sind und unsere Kunden jetzt hauptsächlich im Homeoffice sitzen, erlebten wir keinen Corona-Boom. Wir sind mit den Zahlen unter Vorjahr, haben im Spätsommer aber wieder aufgeholt.

adm the polo hochwertige polosFoto: Hinter dem zeitlosen Design der Poloshirts stecken hochwertigste Materialien.

Alwin Meyer: Wie positionieren Sie sich mit A.DM und was sind Ihre Pläne?

Cédric Knell: Wir liefern ein Nischenprodukt, das sehr auf Qualität setzt. Ich kenne kein anders Polo, das in dieser Qualität hergestellt wird. Ich bin von der Marke und dem Produkt überzeugt. Wir haben einiges an neuen Produkten in der Pipeline. So sind zum Beispiel im Shop neu Lederwaren und Winterkappen erhältlich.

Alwin Meyer: Ihr Fazit bisher?

Cédric Knell: Die Firma macht mir sehr viel Spass und bereitet Freude. Ich kann den Weg ins Unternehmertum nur empfehlen. Dank der Business Broker AG habe ich das passende Unternehmen gefunden und mit swisspeers den idealen Partner für die Nachfolgefinanzierung.

Valentina Keller: Herzlichen Dank Herr Knell für die persönlichen Einblicke und wir wünschen Ihnen weiterhin ganz viel Erfolg!

Alwin Meyer: Genau, und ich gehe jetzt online einkaufen auf the-polo.com

--> Update: gestern Freitagmorgen bestellt und heute Samstag bereits angekommen in stylischer Geschenkbox, sehr cool 👍:

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Author

Alwin Meyer

Gründer Fintech Startup swisspeers AG, Porträt NZZ