… und Schuhe aus Online-Shops passen: ShoeSizeMe expandiert mit swisspeers-Kredit

Online gekaufte Schuhe haben oft nicht die richtige Grösse. Aber mit dem Grössenratgeber der Oltener Firma ShoeSizeMe ist das ein Problem der Vergangenheit. Der datenbasierte Grössenratgeber wird von vielen Online-Shops erfolgreich eingesetzt. Jetzt will ShoeSizeMe weitere Angebote lancieren und nach Asien expandieren. Das nötige Kapital stammt unter anderem aus einem swisspeers-Kredit. Dieser KMU-Kredit ergänzt als Fremdkapital das bereits beschaffte Eigenkapital. Ich habe mich mit Timo Steitz, CEO von ShoeSizeMe, über die Hintergründe des Unternehmens und die Zukunftspläne ausgetauscht.

Alwin Meyer: Was macht die Firma ShoeSizeMe?

Timo Steitz: Wir sorgen dafür, dass Online-Shopper die richtige Schuhgrösse kaufen. In vielen Online-Schuhshops gibt unser Size-Advisor dem Kunden Tipps, welche Grösse eines Modells für sie die richtige ist. Die Empfehlung basiert auf der Grösse anderer Schuhe, die der Kunde als passend erlebt und einigen allgemeinen Angaben wie Alter und Fussform. Im Hintergrund aggregiert unsere Plattform die Daten zu Grösse und Passform von Millionen verschiedenen Schuhmodellen der bekanntesten Marken und kombiniert das mit dem Kaufverhalten von Kunden. Dieses Video zeigt, wie der Kunde das erlebt: 

Wenn Sie das Video nicht sehen können, klicken Sie hier.

Alwin Meyer: Welche Vorteile haben Online-Shops von dieser Software?

Timo Steitz: Wir haben weltweit die erste derartige Plattform geschaffen. Online-Shops können ihre Umsätze damit um über drei Prozent steigern. Die mit dem Size Advisor gesammelten Daten sind eine enormes Wissen, aus dem wir weitere Software as a Service-Angebote (SaaS) für den Online- und stationären Schuhhandel entwickeln wollen. Das sind beispielsweise Empfehlungen zur Reduzierung von Lagerüberschüssen oder Unterstützung bei der Grössenplanung im Einkauf oder bei der Bereinigung von Produktstammdaten. Auf unserer Webseite haben wir einige Success-Stories von Kunden bereitgestellt.

Alwin Meyer: Was macht Ihr anders als andere Unternehmen in diesem Geschäft?

Timo Steitz: Es gibt verschiedene Ansätze, Schuhe zu vermessen. Wir sind der einzige Anbieter, der rein datengetrieben und cloudbasiert eine weltweite Abdeckung erreicht. Die Schuhmarke Görtz konnte beispielsweise ihren Online-Umsatz um rund 500‘000 Euro jährlich steigern, seit unser Size-Advisor eingesetzt wird. Dazu kommen massiv weniger Retouren, was nochmals 120'000 Euro spart.

Alwin Meyer: Wie seid Ihr auf swisspeers aufmerksam geworden und wie habt ihr den Antragsprozess für den KMU-Kredit erlebt?

Timo Steitz: Einer meiner Gründungspartner hat mich auf swisspeers aufmerksam gemacht. Wir arbeiten jetzt erstmals mit Fremdkapital. Zuerst haben wir uns vorgestellt, wie wir beim Bankberater antraben müssen. Aber bei swisspeers konnte man sehr schnell online ein Profil erstellen, erhält rasch ein provisorisches Rating und sieht damit die zu erwartenden Kreditkosten. Das war für uns viel mehr auf Augenhöhe.

Alwin Meyer: Welches Projekt wird mit dem Kredit finanziert?

Timo Steitz: Wir benötigen weitere Mitarbeitende, um unser SaaS-Produktportfolio auszubauen. Ausserdem wollen wir in asiatische Märkte eintreten. Dafür benötigen wir 2018 eine Finanzierungsrunde, die Ende Juni abgeschlossen wird. Es beteiligen sich namhafte Investoren aus der Schuhbranche, die mit uns Partnerschaften eingehen. Einen Teil der Finanzierung haben wir als Fremdkapital mit dem swisspeers-Kredit finanziert.

Alwin Meyer: Was habt ihr bisher schon mit dem Geld gemacht?

Timo Steitz: Wir haben einen Prototypen entwickelt und schon mehrere Kundenanfragen für das neue Angebot bestätigen das Bedürfnis für das neue Angebot. Die Interesse kommt vor allem von Händlern, die eigene Schuhmarken produzieren. Ihre Herausforderung ist die Schuhgrössennummerierung. Ausserdem vergrössern wir unsere Entwicklungsteams im Bereich Daten und Interfaces. Für das Content-Marketing haben wir bereits jemanden eingestellt. Die grösseren Projektposten werden wir nach Abschluss der Finanzierungsrunde Mitte Juni umsetzen.

Alwin Meyer: Was sind die weiteren Ausbaupläne für ShoeSizeMe?

Timo Steitz: Die Grössenvergleiche – das ist eigentlich nur die Symptombekämpfung der uneinheitlichen Schuhgrössenbezeichnungen. Der Kern des Problems liegt in der Produktion. Da setzen wir jetzt an. Dank unserer Datenbestände können wir Herstellern Angaben machen, welches die tatsächlichen Durchschnittsgrössen in einem spezifischen Markt sind. So kann er bei der nächsten Produktionsrunde die Mengen darauf abstimmen und produziert marktgerechter und effizienter. Unsere Vision ist, dass wir weltweit Schuhgrössen zertifizieren können. Das würde das bestehende grosse Durcheinander bei den Schuhgrössen entflechten und alle könnten profitieren. Schuhkäufer hätten verlässlichere Grössenangaben, Händler weniger Retouren und die Hersteller würden mit den richtigen Mengen jeder Grösse auf den Markt gehen.

Alwin Meyer: Welches sind Deine Empfehlungen an zukünftige Kreditnehmer bei swisspeers?

Timo Steitz: Für ein stark wachsendes Unternehmen wie unseres ist die Finanzierung und die Finanzierungstruktur ein wichtiges Thema. Sobald man fremdkapitalfähig wird, ist eine Ergänzung der Finanzstruktur mit Fremdkapital zur Wachstumsfinanzierung natürlich attraktiv, weil Eigenkapital sehr teuer ist. Sobald man einen verlässlichen Ertragsstrom hat und das Geschäftsmodell skalieren möchte, ist Fremdkapital die ideale Ergänzung.

Alwin Meyer: Vielen Dank für die spannenden Einblicke und viel Erfolg!

Author