«Was guckst du»: Inflationsangst oder Wirtschaftsboom?

Die Angst vor steigenden Zinsen fesselt in diesen Tagen die Finanzwelt. Im swisspeers Blog Steigende Zinsen und Crowdlending vom Mai 2017 haben wir uns bereits mit dem Effekt steigender Zinsen auf ein swisspeers Portfolio befasst. Mit dem Fazit, dass sich die Effekte wohl neutralisieren werden. Sieht dies rund ein Jahr später anders aus?

 

Warum führte die Angst vor steigenden Zinsen zur jüngsten Börsenkorrektur?

In nahezu allen Ecken der Welt wächst die Wirtschaft. Weltweit haben sich die Börsenplätze bis vor Kurzem in einer sehr positiven Stimmung mit geringen Kursschwankungen präsentiert. Es gibt viele Gründe für das globale Wirtschaftswachstum. Zentral sind sicherlich die tiefen Leitzinsen seit fast einem Jahrzehnt, die Produktivitätsverbesserung dank Digitalisierung und die in vielen Bereichen verfügbaren Produktionskapazitäten.

Jetzt sind in den USA die Arbeitskosten schneller als erwartet gestiegen. Der Arbeitsmarkt scheint darum ausgelastet. Das führt in der Theorie zu Inflation. Dies wiederum löste in den Finanzmärkten Befürchtungen von beschleunigten Leitzinserhöhungen im US Dollar aus. In diesem Falle werden die zukünftigen Erträge von Aktien und Obligationen mit höheren Zinskosten kalkuliert, was zu tieferen Marktbewertungen führt.

 

Was bedeutet dies für swisspeers Kredite?

Der theoretische Marktwert von swisspeers Krediten nimmt in einem Umfeld von steigenden Leitzinsen ab, vergleichbar mit Aktien oder Obligationen. Da Investoren ihre Anlagen in KMU Kredite im Prinzip bis zum letzten Rückzahlungstermin halten, braucht sie der aktuelle Marktwert eigentlich nicht zu kümmern.

Dank der monatlichen Amortisation von swisspeers Krediten können Investoren die Kapitalrückzahlungen in neue swisspeers Kredite wiederanlegen. Und wenn diese neuen Kredite relativ höhere Zinsen zahlen als die bestehenden Kredite, reduzieren sich so kontinuierlich die sogenannten «Opportunitätskosten», ohne Vermögenseinbusse.

Wenn Leitzinserhöhungen in einem guten wirtschaftlichen Umfeld stattfinden, sehen wir dies positiv für swisspeers Anleger. Denn in einer guten Konjunkturlage sinkt die allgemeine Wahrscheinlichkeit von Kreditausfällen (eventuell mit Ausnahme von KMU Krediten in der Immobilienbranche). Befürchten die Nationalbanken jedoch stark steigende Preise aufgrund einer euphorischen Konjunkturlage, tritt die sogenannte «Inflationsangst» ein und die Leitzinsen würden in beschleunigtem Ausmass erhöht. In diesem Fall würde das Wirtschaftswachstum gebremst, was für alle swisspeers Kreditnehmer das Geschäften schwieriger macht.

In den USA erhöhten sich die Leitzinsen bis jetzt aufgrund guter wirtschaftlicher Entwicklung. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Zinsen auch in der Schweiz erst steigen werden, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld in der Schweiz und Europa weiterhin verbessert. Tatsächlich erwarten UBS Ökonomen, dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins im Jahr 2018 um 25 Basispunkte «anheben» wird, also von minus 75 Basispunkte auf minus 50 Basispunkte. (siehe «UBS Year Ahead 2018», S. 62).

 

Diversifikation bleibt entscheidend

In mehreren Blog-Posts (z.B. hier und hier) betonen wir bereits, dass Anleger ihr swisspeers Portfolio diversifizieren sollten, um den zu erwarten Verlust bei einem Kreditausfall tief zu halten. Daran ändert sich nichts.

Die jüngsten Auswirkungen von (erwarteten) Leitzinsänderungen in den USA auf die globalen Finanzmärkte bestätigen zudem, dass ein diversifiziertes swisspeers Portfolio einen realwirtschaftlichen, gering korrelierenden Beitrag zu einem globalen Wertschriftenportfolio leistet.

Wir empfehlen darum, Ihre Anlagen in swisspeers KMU Krediten kontinuierlich weiter zu diversifizieren, sei es aus einer Umschichtung der Anlageallokation oder aus der Wiederanlage von Kapitalrückzahlungen. Gerade auch in einem Umfeld steigender Leitzinsen.


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