AIC Systems: Schweizer Lotus-Stoff begeistert Crowdlending-Anleger

Vereisende Telekomantennen in Spitzbergen – ein kühles Gesprächsthema an einem heissen Sommernachmittag in Solothurn. Markus Privitera ist Geschäftsführer der AIC Systems GmbH, deren Spezialstoff Telekomantennen vor Eis und Schmutz schützt. Auf der Crowdlending-Plattform swisspeers boten die Investoren dem KMU dreimal so viel Geld an, wie es für die Vorfinanzierung des Wachstums benötigte.

 

Alwin Meyer: Was macht AIC Systems und was zeichnet Euer Geschäftsmodell aus?

Markus Privitera: Einfach gesagt, bewahren wir drahtlose Kommunikationsnetzwerke vor Ausfällen. Grösster Feind von Fernmeldeanlagen sind Eis und Schnee, erst recht wenn es windig ist. Als Vereisungsschutz konnte man solche Anlagen bisher nur sehr aufwändig heizen. AIC Systems ist weltweit der einzige Hersteller von passiven Lösungen, die Telekominfrastruktur gegen Vereisung und Verschmutzung schützen. Die Abkürzung steht für „Anti Icing and Pollution Cover“. Unser Spezialstoff funktioniert wie die Blätter der Lotusblume: Alles perlt davon ab. Unsere Cover haben dank einer Schicht Nanopartikel einen Abperl- und Selbstreinigungseffekt. Wir haben damit die Natur kopiert. Zudem werden die Cover so aufgespannt, dass sie im Wind leicht vibrieren, was eine Vereisung zuverlässig verhindert.

 

Alwin Meyer: Wo spannt Ihr Eure Cover denn auf?

Markus Privitera: Diesen Sommer montieren wir in Spitzbergen. Zu diesen Anlagen kommt man nur im August. Ich bin gespannt, wie es dort in einem Jahr aussehen wird.

 

Alwin Meyer: Ihr verkauft weltweit, bekennt Euch aber zum Produktionsstandort Schweiz?

Markus Privitera: Unser gesamter Produktionsprozess findet in der Schweiz statt. Sogar Kleber, Distanzbänder und Fixierungsmaterial wie Drahtklemmen lassen wir in der Schweiz herstellen.

 

Alwin Meyer: Wie bist Du auf das KMU-Crowdlending von swisspeers aufmerksam geworden?

Markus Privitera: Ich habe vergangenes Jahr den Bericht auf SRF gesehen.

 

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Alwin Meyer: Welche Vorteile versprichst Du Dir von der Crowdlending-Finanzierung?

Markus Privitera: Ich glaube, kleinere Kreditbeträge werden bei Crowdlending-Investoren ernster genommen als bei Banken. Das Risiko wird ausserdem gut verteilt. Für mich ist es zudem ein geringerer Aufwand, die nötigen Informationen bereitzustellen. Der gesamte Kreditantragsprozess war selbsterklärend. Ich wusste genau, worauf ich mich einlasse. Diese Transparenz war eine grosse Entscheidungshilfe. Ich konnte ganz einfach einige Beispiele für Kreditprojekte anschauen. Gerade in der heutigen Zeit, wo vieles so oberflächlich ist, hat das einen seriösen Eindruck auf mich gemacht.

 

Alwin Meyer: Beschreibe uns kurz das Projekt, welches Du bei swisspeers finanziert hast.

Markus Privitera: Wir haben in England und Schweden zwei grosse neue Kunden gewonnen. Das geplante Auftragsvolumen beträgt mehr als eine Million Schweizer Franken und ist in verschiedene Lose aufgeteilt. Bisher haben wir von Kunden immer eine Anzahlung erhalten. Nun fehlen Anzahlungen teilweise, ausserdem beträgt das Zahlungsziel 90 Tage. Wir selbst haben bei unseren Materiallieferanten aber ein Zahlungsziel von 30 Tagen. Mit dem Kredit von swisspeers über 50‘000 Franken finanzierten wir diese Aufträge vor.

 

Alwin Meyer: Was ist nach dem Absenden des Kreditantrags passiert?

Markus Privitera: Alles verlief sehr unkompliziert und schnell. Ich habe auf die üblichen „bösen“ Fragen geantwortet. Dann hat mich der lokale Kreditspezialist von swisspeers besucht - und war zufrieden. Nach Ausschreibung des Kredits war er in kürzester Zeit überzeichnet – es gab dreimal so viel Kreditangebot wie wir brauchten. Deshalb lag der Zinssatz am Ende tiefer als beim Start der Auktion. Dieses starke positive Echo hat mir wirklich gut getan. Die Investoren haben an mich und meine Firma geglaubt.

 

Alwin Meyer: Nach welchen weiteren Schritten hast Du das Geld erhalten?

Markus Privitera: Ich habe einige Unterschriften geleistet, dann war das Geld schon da. Natürlich habe ich auch mit meinem Treuhänder darüber gesprochen.


Alwin Meyer: Seit Juli 2017 verfügst Du nun über das Geld. Wie laufen die beiden Projekte in England und Schweden?

Markus Privitera: Der britische Kunde ist mit zwölf Stück unseres Covers noch in der erweiterten Testphase (zusätzlicher Winter). Das Absatzpotenzial beträgt dort 300 Stück. Der schwedische Kunde ist noch etwas grösser, da könnten wir bis zu 600 Stück verkaufen. Die Lieferungen erfolgen auf Abruf, gerade ist wieder eine Sendung nach Stockholm abgegangen. Für den erweiterten Vertrieb des Produktes, findet auch eine Zusammenarbeit mit Ericsson statt.

 

Alwin Meyer: Was spricht aus Deiner Sicht heute für den Standort Schweiz?

Markus Privitera: Ich finde es nicht richtig, im Ausland günstig zu produzieren und hier dann teuer zu verkaufen. Wir müssen für unsere Leute und unser Land schauen – dass die Menschen einen rechten Lohn haben, von dem sie hier auch leben können!

 

Alwin Meyer: Was empfiehlst Du künftigen Kreditnehmern, oder KMU die eine Wachstumsfinanzierung suchen?

Markus Privitera: Man sollte unbedingt prüfen, ob das Investorennetzwerk von swisspeers einen KMU-Kredit aufbringen kann. Innovative Unternehmen sind bei swisspeers auf jeden Fall am richtigen Ort. Ich denke, eine KMU-Finanzierung mit Crowdlending ist ein wirklich zukunftsfähiges Modell, wenn Firmen wachsen wollen.

 

Alwin Meyer: Herzlichen Dank für die Einblicke von der Kreditnehmerseite und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Firma!

 

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