Erdbeeren hoch drei dank 54 swisspeers Investoren

Urs Wehrle führt seinen Landwirtschaftsbetrieb in vierter Generation und die nächste ist bereits in den Startlöchern. Für den Ausbau der Beerenproduktion hat er von 54 swisspeers Investoren einen Landwirtschaftskredit erhalten. Was er damit gemacht hat und wie die Beerenproduktion in der Schweiz funktioniert im heutigen Blog Post.

Urs Wehrle betreibt im Thurgau einen Landwirtschaftsbetrieb mit Beeren- Obst und Milchproduktion. Der Beerenanteil wird kontinuierlich ausgebaut. Bisher haben Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Minikiwi im Freilandanbau das Hauptgeschäft ausgemacht.

Mit der bisherigen Produktion sind die Pflanzen voll den Launen der Natur ausgesetzt und der Betrieb trug ein grosses Wetterrisiko. «Im Schlecht-Wetterjahr 2017 haben wir dieses Risiko zu spüren bekommen und konnten deutlich weniger Beeren produzieren. Mit dem Projekt Gewächshaus konnte dieses Risiko weitgehend eliminiert werden», sagt Urs Wehrle.

 

Finanzierung eines Gewächshauses für die Erdbeerenproduktion

Die Umsetzung des Projektes beinhaltete die Erstellung von Infrastruktur wie Gewächshaus, Wasserspeicher, Erschließung mit Strom, Gas und Internet für die Steuerung der Anlage.

«Im Jahr 2018 haben wir früher als ursprünglich geplant mit den Terrainanpassungen begonnen und die Gesamtarbeiten konnten wir im ersten Semester 2019 abschliessen», wie Urs Wehrle erläutert. Vorgezogen wurde das Projekt, weil das Frühjahr 2018 ausgesprochen trocken war und die guten Bedingungen für die Terrainanpassung genutzt wurde. Vorher hats allerdings gedauert: Das Bewilligungsverfahren mit Umzonung von Landwirtschaftsland zur Zone für besondere Nutzung sowie Anpassungen der Ortsplanung und des Baureglements dauerte von 2011 bis November 2018.

Gewächshaus innen

Urs Wehrle: «2020 sind wir jetzt erstmals in der Lage 3 Ernten zu produzieren. Mit dem neuen Gewächshaus werden weitgehend wetterunabhängig Beeren nach dem SwissGAP-Label produziert und unsere Grosskunden und Partner beliefert. Damit verfügen wir über stabilere und gleichmässiger anfallende Einnahmen.»

Gewächshaus

 

Zukunftsfähigkeit für die nächste Generation sicherstellen

Die Umsetzung des Projekts war abhängig davon, ob Urs Wehrles Sohn, die 5. Generation auf dem Hof, den Ausbau mitträgt. Sein Sohn hat sich vom Angestellten auf dem Hof zum Partner des Vaters entwickelt. Damit wurde die familieninterne Nachfolge sichergestellt und das Projekt gemeinsam angegangen. Um den Hof zukunftsfähig zu machen, war die Weiterentwicklung der Beerenproduktion entscheidend. Dies aus folgenden Gründen:

  • Preise: die Preise in der Landwirtschaft stagnieren oder sinken seit Jahren. Der Erdbeerenpreis ist heute beispielsweise immer noch der gleiche wie vor 12 Jahren. In der Konsequenz sinken die Margen kontinuierlich und die Effizienz muss zwingend erhöht werden.
  • Klimawandel: auf dem Bauernhof zeigt der Klimawandel ganz direkt seine Auswirkungen. Mit der Investition wird den stärkeren Wetterschwankungen und insbesondere den längeren Trockenperioden direkt begegnet. So wird beispielsweise auf dem Dach des Gewächshaus das Regenwasser über das ganze Jahr gesammelt und die Produktion in Bezug zum Wasserhaushalt autonom sichergestellt.
  • Der Trend zu lokalen Produkten hilft der einheimischen Landwirtschaft. Als Betrieb muss man daraus aber auch etwas machen. Spannend zu dem Thema «lokal» ist, dass eine Erdbeere, produziert im Thurgau, das Label «lokal» in Bern bereits nicht mehr erhält.

3 Erdbeerernten pro Jahr

Dank dem neuen Gewächshaus wird seit diesem Jahr dreimal jährlich geerntet. Die erste grosse 2020er Ernte läuft aktuell auf Hochtouren. und wird nächste Woche zu Beginn der Schweizer Haupternte zu Ende gehen.

Gewächshaus Erdbeeren

Das sind die Eigenheiten und Überlegungen zu den drei Ernten:

  1. Ernte: Das Ziel ist mit der ersten Ernte im Jahr jeweils ein paar Wochen früher an den Markt zu kommen als die Freilandproduzenten in der Schweiz. Mit der Verlängerung der Produktion in die Vor- und Nachsaison sollen bessere Preise erzielt werden. Im Gewächshaus werden Klasse 1 Erdbeeren produziert und 20- 30% schaffen es sogar in die Premium Qualität wie Primagusto oder Extra.
  2. Ernte: Die zweite Charge wird diese Tage bereits draussen vor dem Gewächshaus angepflanzt und direkt nach der Ersternte ins Gewächshaus gezügelt. Diese Beeren kommen auf den Markt, wenn die Hauptsaison vorbei ist und füllen dort wiederum eine Lücke.
  3. Ernte: Und schliesslich wird eine dritte Charge im Herbst geerntet. Diese Erdbeeren stehen dann allerdings nicht in Konkurrenz mit anderen Erdbeeren sondern mit Früchten wie Äpfeln, Zwetschgen, Nektarinen und auch bald schon Mandarinen.
Gewächshaus Blüten

Der Landwirtschaftskredit mit swisspeers

Das Projekt Gewächshaus plante Urs Wehrle zusammen mit seinem Treuhänder. Weil die Gelegenheit für einen früher als geplanten Baustart ergriffen wurde, war die Finanzierung noch nicht vollständig geregelt. Der Treuhänder brachte darauf die alternative Finanzierungsform von swisspeers ins Spiel mit einem Kredit für die Landwirtschaft. Sauber aufgearbeitete Investitions- und Geschäftspläne haben zu einer schnellen Aufschaltung des Projekts auf dem swisspeers Marktplatz geführt.

Das Auktionieren des Kredits war eine spannende Angelegenheit für Urs Wehrle. Sie hätten täglich nachgeschaut, was der Stand der Finanzierung ihres Landwirtschaftskredites ist. Schliesslich sind 54 Investoren zum Zuge gekommen und haben mit ihrer Investition mitgeholfen, dass jetzt Erdbeeren geerntet werden auf dem Hof von Urs Wehrle.

 

Jede dritte Erdbeere in der Schweiz kommt aus dem Thurgau. Wenn Sie also das nächste Mal Schweizer Erdbeeren kaufen, ist die Chance gross, dass es solche vom Betrieb von Urs Wehrle sind.

 


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Author

Alwin Meyer

Gründer Fintech Startup swisspeers AG, Porträt NZZ