Coiffeursalon: am Montag geht's wieder los

Die Gelegenheit für den Zukauf war günstig. Das Geld kam von 46 swisspeers Investoren. Heute zeigt sich Valdet Biqkaj von Ma Te hairdesign sehr zufrieden mit der Entscheidung, in Zürich einen zweiten Coiffeursalon zu übernehmen und das trotz der aktuellen Krise. Am Montag 27.4. gehen seine Geschäfte wieder auf – den Buchungsstand verrät er im Interview.

Einen Teil des Interviews mit Valdet Biqkaj führten wir noch vor dem Lockdown. Zwischenzeitlich ist viel passiert. Durch die Krise hindurch waren wir mit Ma Te hairdesign in engem Kontakt. Wie das Unternehmen bisher durch die Krise gekommen ist haben wir diese Woche besprochen. Aber starten wir am Anfang:

 

Was macht das Unternehmen Ma Te hairdesign?

Wir führen zwei Coiffeursalons mit mittlerweile zwölf Angestellten. Eigentlich ist meine Frau die Hauptperson im Geschäft, ich selbst arbeite nur zu rund 20 Prozent mit und übernehme administrative Aufgaben. Wir haben vor drei Jahren in Goldach den ersten Salon gekauft und 2019 einen weiteren in Zürich übernommen. An beiden Standorten ergänzten wir das Angebot des Coiffeursalons mit einer Beauty-Bar. Die wirtschaftliche Entwicklung war bisher sehr ansprechend.

 

Welche Parameter prägen dieses Geschäft?
In dieser Branche ist eine hohe Sozialkompetenz nötig, um die vielen verschiedenen Kundinnen und Kunden entsprechend bedienen zu können. Wir leben von Bewertungen. Unsere Termine werden stark online gebucht. Es ist eine Herausforderung in der Kundenpflege, das digitale wie persönliche Erlebnis der Kundschaft schön zu gestalten. Natürlich muss die Qualität der Leistungen dem vorher versprochenen entsprechen.

 

Wiedereröffnung am 27. April

Die Coiffeur-Branche ist durch den Lockdown hart getroffen. Sie eröffnen am Montag wieder. Wie sind sie bisher durch die Krise gekommen?

Am 17. März haben wir unsere Salons vollständig schliessen müssen. Darauf habe ich für unsere Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet und den Covid-19 Kredit beantragt. Bei der Postfinance erhält man diesen in der Form einer Kredit-Limite. Den Kredit brauche ich vor allem für die Überbrückung bis die Kurzarbeitsentschädigung vom Amt für Wirtschaft ausbezahlt wird. Ansonsten haben wir selbst zum Glück noch etwas Reserven gehabt, auf die wir zurückgreifen konnten.

 

Unter welchen Auflagen dürfen Sie wieder eröffnen am Montag?

Der Coiffeure Verband hat Regeln ausgearbeitet und das Konzept bei BAG eingereicht. Danach arbeiten wir mit Schutzmasken, Einwegmänteln sowie unseren normalen Mänteln, die wir nach jedem Kunden in die Wäsche geben. Wir besetzten nur jeden 2. Stuhl und können so 4-5 Frisöre beschäftigen.

 

Wie ist die Nachfrage nach Coiffeure Dienstleistungen?

Wir sind bereits für die nächsten 2 Wochen ausgebucht. Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass ein grosses Bedürfnis nach einem Stück Normalität besteht und dazu gehört auch die Pflege der eigenen Erscheinung.

MaTe WebsiteAbbildung: Website MA-Te Design - viele Online Buchungen

 

Ihre Empfehlung an andere krisengeschüttelte Geschäftsinhaber?

Ich glaube es ist in Krisensituationen wichtig, dass man als Geschäftsführer «führt». Dazu gehört, dass man telefoniert, organisiert und ‘managed’. Eigentlich ähnlich, wie das der Bundesrat in Bern für die Schweiz macht, muss man das im kleinen Rahmen für sein eigenes Geschäft machen – auch wenn’s da nur 5 oder 6 Mitarbeiter sind.

 

Übernahme und Ausbau in Zürich

Zu Ihrer swisspeers Finanzierung: Wofür benötigten Sie einen Kredit?
Wir haben mit einem Firmenkredit von swisspeers im Frühling 2019 die Übernahme eines Salons in Zürich mitfinanziert. Der Salon liegt sehr vorteilhaft in direkter Nähe des stark frequentierten Heimplatzes am Kunsthaus. Die Tramhaltestelle Kunsthaus und der Spar-Supermarkt sorgen zusätzlich für viel Laufkundschaft. Die Fläche des Ladens erlaubt die Einrichtung einer Beauty-Bar, wie wir sie in Goldach bereits erfolgreich führen.

 

Warum haben Sie sich für einen Kredit via der Crowdlending Plattform swisspeers.ch entschieden?
Wir haben lange nach einer passenden Übernahmefinanzierung gesucht und entsprechende Angebote für Firmenkredite von Banken, aber auch anderen Crowdlending-Anbietern eingeholt. Bei swisspeers haben wir bereits den Erstkontakt sehr positiv erlebt. Die Gespräche waren nie verkaufsorientiert. Man hatte vielmehr Interesse an unserer Firma und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Im Kreditprozess wurden wir Schritt für Schritt gut betreut. Das waren die Beweggründe, die uns von diesem Anbieter überzeugt haben.

 

Zufrieden mit der gewählten Finanzierungsform

Wie bewerten Sie die Entscheidung zur Kreditaufnahme heute?

Bisher haben wir es nicht bereut. Der KMU-Kredit mit swisspeers.ch war eine gute Entscheidung. Fremdkapital ist rückblickend ein sinnvolles Element zur Wachstumsfinanzierung solide arbeitender Unternehmen.

 

Was empfehlen Sie kreditsuchenden KMU und Gründern?

Wir können swisspeers nur empfehlen. Das Direct Lending ist ein sinnvoller alternativer Weg, um Firmenkredite für Investitionen zu erhalten. Einige Hürden, die bei Banken auftauchen, existieren dort nicht.

 

Was sind Ihre weiteren Pläne mit dem Unternehmen?

Wir werden die nächsten drei bis vier Jahre abwarten, ob sich unser Kurs wirtschaftlich bestätigt. Dann können wir weitere Wachstumsschritte ins Auge fassen. Akquisitionen sollten strategisch gut durchdacht werden. Es ist nicht ratsam, zu rasch zu viel zu kaufen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Author

Alwin Meyer

Gründer Fintech Startup swisspeers AG, Porträt NZZ